Jahrhundertschancen und Jahrtausendkatastrophen

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Pressemitteilungen | 22. Februar 2015

Der offizielle Spatenstich für das Daimler-Prüf- und Technologiezentrum ist von der Schwäbischen Zeitung als „Jahrhundertchance“ für Immendingen und Umgebung bejubelt worden. Mit recht. Schade nur, dass die selbe Zeitung an anderer Stelle triumphiert gemeldet hat: „Spaichingen bietet der Wirtschaft die Stirn“! Damit hat sich die Katze in den Schwanz gebissen. Was den einen die Jahrhundertchance ist, bedeutet für die anderen nämlich eine Jahrtausendkatastrophe.

200 Millionen Euro werden in Immendingen investiert, um 300 Arbeitsplätze zu schaffen. In Spaichingen ist unter Assistenz der Lokalzeitung mit der MS Spaichingen ein Betrieb mit 500 Arbeitsplätzen weggemobbt worden, welcher 40 Millionen Euro investeren wollte mit der Aussicht auf weitere 250 Arbeitsplätze. Falls sich die Schwäbische Zeitung noch für ein  Wirtschaftsunternehmen hält, müsste sie der Öffentlichkeit mal ihren gleichzeitigen Jubel für eine Jahrhundertchance und eine Jahrtausendkatastrophe erklären.

Immendingen bekommt von Daimler nichts geschenkt.Im Rahmen der Konversion, der Umnutzung eines ehemaligen Kasernengeländes für ein Technologiezentrum, hilft der Steuerzahler über Gemeinde, Land und Bund kräftig mit. Und ganz so selbstverständlich empfunden werden Eingriffe in Landschaft und Natur wie in Immendingen nicht überall im Land, welche die Bevölkerung zugunsten einer zukünftigen Jahrhundertchance in Kauf nimmt. Immendingen hat verantwortungsvoll gehandelt, und der Spaichinger FDP-Vorsitzende und -Fraktionsvorsitzende Leo Grimm freut sich, dass er während seiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter mithelfen konnte, diese Konversion in Immendingen anzustoßen. Umso bedauerlicher ist es, dass dagegen in Spaichingen von einer Gemeinderatsmehrheit unter Führung der CDU Zukunft verspielt worden ist. Spätere Generationen werden einmal unverständlich den Kopf schütteln über eine wirtschaftliche Jahrtausendkatastrophe für Spaichingen.