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Spaichingen muss Spaichingen bleiben

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Stadtentwicklung | 31. Oktober 2012

FDP-Fraktion stellt  Antrag für einen Bebauungsplan Hauptstraße

SPAICHINGEN – Um den historisch gewachsenen Charakter des Spaichinger Stadtzentrums zu erhalten, fordert die FDP , einen Bebauungsplan für die Hauptstraße aufzustellen. Denn, so die FDP-Gemeinderatsfraktion: „Spaichingen muss Spaichingen bleiben“. Mit Sorge sehe die FDP, wie sich in Spaichingen eine gewisser städtebaulicher Wildwuchs ausbreite. Satteldächer hätten stets das Bild des entlang einer Straße entstandenen Dorfes bestimmt. Nun werde dies aber mehr und mehr durch Flachdachbauten gestört. Zumindest im Bereich der Hauptstraße, dem Aushängeschild der Stadt, sollte einheitlich die Satteldachform vorgeschrieben werden.

In einer erweiterten Fraktionssitzung, die turnusmäßig zusammen mit dem FDP-Ortsvorstand mitgliederoffen durchgeführt wurde, ist nach eingehender Diskussion der einstimmige Beschluss gefasst worden, einen Bebauungsplan für die Hauptstraße zu fordern und die Satteldachform festzuschreiben. Zwar regle bei Fehlen eines Bebauungsplans § 34 BauGB die bauliche Gestaltung, indem es dort heißt „Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse müssen gewahrt bleiben; das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden“.

Wie aber jeder in Spaichingen sehen könne, so die FDP, seien in der Vergangenheit und vermehrt in jüngster Zeit immer mehr diese Vorgaben ausgedehnt worden durch Flachdachbauten, welche keineswegs zur ursprünglichen Bebauung der über 2 Kilometer langen, das Ortsbild bestimmenden Straße passten. Je mehr uneinheitliche Dachformen genehmigt werden, desto mehr können sich andere hierauf berufen. Nicht nur fiele die Bebauung des neuen Marktplatzes mit seiner Betonarchitektur der damaligen Moderne aus dem Rahmen, auch andere zum Teil sehr dominante Gebäude passten ebenfalls nicht zum gewachsenen Ortsbild.

Dass es auch anders gehe, zeigten u.a. die Bebauung des einstigen Burger-Areals oder das Ärztehaus. Die FDP begrüße deshalb eine jüngst vom Gemeinderat beschlossene Veränderungssperre, welche bereits geplanten weiteren Flachdachhäusern in der Hauptstraße zunächst einen Riegel vorschiebe.

In sich gewachsene Städte seien keine zusammengewürfelte Ansammlung von Wohnstätten, sondern hätten eine geschichtliche, kulturelle Entwicklung, die sich – letztlich – in Heimat ausdrücke, stellt die FDP fest. Dies sei nicht nur optisch zu sehen, sondern solle auch Vertrauen in die Lebensqualität des Ortes vermitteln.

Die FDP-Fraktion habe deshalb bereits einen Beschlussantrag im Gemeinderat eingebracht, wonach künftig Gebäude mit einem Satteldach, die Neigung möglichst zur Hauptstraße hin, zu versehen seien. Außerdem seien Nutzungseinschränkungen festzulegen, durch die u.a. beispielsweise eine unkontrollierte Ausbreitung von Spielhallen vorgebeugt werden könnte. Satteldach und moderne Architektur schließen sich keineswegs aus, wie vielfache Beispiele belegen. In allen übrigen Wohnlagen hingegen sollen weiterhin sämtliche Dachformen erlaubt bleiben.

Im November will die FDP die Bürger zu einer Diskussion über die zukünftige städtebauliche Entwicklung Spaichingens mit Schwerpunkt Hauptstraße einladen.